Life in Plastic – It's Fantastic!
Tribut an eine Ikone ist auch amüsante Historie: Barbie 1959 bis 2009. Autorin Jennie D’Amato (Redaktion: Amy Wideman) verfolgt die Erfolgsstory vom Debüt bis hin zur Fashion Model Collection und zu den animierten Barbiemovies. Wir begegnen Twist ‚N‘ Turn Barbie, Teen Talk Barbie („Will we ever have enough clothes?“), Totally Hair Barbie. D’Amato verbindet Facts mit Anekdoten von Mattel-Mitarbeitern, von Designern, Modeschöpfern, von Frauen, die sich an ihre eigenen Barbievents erinnern: „Meine Tochter Carolyn setzte ihre Malibu Barbie auf die Fensterbank, damit sie noch brauner würde“, wird Linda Hall aus New York zitiert.
Sofort überwältigen mich Erinnerungen. Ich hatte doch da auch … Meine Barbie musste immer alle möglichen Kinofilme nachspielen. Am Liebsten sah ich sie nackt und gefesselt in einer Szene mit Teddy Knuff als Hexenjäger.
So ist es. Mädchen wollen die Puppen immer wieder neu anziehen, Jungs wollen die Puppen nur einmal ausziehen. Oder? Ich befrage einige meiner Bekannten zu ihren Barbievents.
„Ich bekam nur dieses billige Barbie-Imitat, diese Petra. Das war gemein“, ist Angelika aus Mannheim heute noch entrüstet. „Rachsüchtig wie ich war, hab ich sie kahlgeschoren.“ Margot, Frankfurt, weigerte sich, weiterhin ihre Schulfreundin Alex zu besuchen: „Sie war die einzige weit und breit, die einen Ken besaß, den Freund Barbies. Aber sie wollte ihm und meiner Barbie immer sofort an die Wäsche und die beiden dann stundenlang aufeinander rumdoppsen lassen.“ Gitta aus Hamburg ließ dagegen nichts unversucht, gerade diesen Effekt zu erzielen: „Ich hatte eine Barbie. Meine Freundin hatte eine Barbie. Langweilig. Also hab ich meiner den Atombusen mit dem Fuchsschwanz meines Bruders abgesägt. Pflaster drauf. Hallo, Ken!“
Geschichtsstunde: Wie so oft beginnt auch dieser amerikanische Traum in einer kleinen Garage. Elliot Handler und Harold „Matt“ Matson packten ihre Vornamen zu Matt-el zusammen, packten ihre Werkzeuge aus, packten es an. 1945 startete Mattel mit der Herstellung von Bilderrahmen, Modeschmuck und Minimöbeln für Puppenstuben. Die verkauften sich am besten, also konzentrierten sich Matt und Elliot auf Spielzeug. Doch Matson stieg bereits im Folgejahr aus, was er sicherlich bitter bereut haben dürfte.