Einfach beneidenswert ...

1973 hat Autor und Zeichner Dik Browne den rotbärtigen Saufaus Hägar in die Sprechblasen-Welt gesetzt.Boah! Ich geb’s ja zu! Ich hab nicht von Natur gelbe Augen. Ich bin neidisch. Auf den Kerl bin ich wirklich nei-disch. Gnzzzz. Jaja, ich weiß, ist nur eine Comicfigur aus einem gezeichneten Anderswo. Aber, Mensch, ich seh' den häufiger als meine Freundin.

Nein, ich red' nicht von Dagobert Duck. Seinen Geldspeicher hätt' ich schon gerne, aber was gönnt der Knauser sich denn? Und ständig Hessel mit den Panzerknackern? Nöö.

Ich meine einen ganz anderen. Ausgesprochen erfolgreicher Geschäftsmann, erprobte Führungskraft. Japp. Gehört in seiner Branche zu den Topleuten. Lässt sich trotzdem kein Gelage entgehen, ist ein schlemmender Fresssack und Saufaus. Er fürchtet weder Tod noch Teufel … nun ja, höchstens vielleicht die Steuerprüfung … und seine Frau Helga. Ach ja … und Badewasser.

Gut, sein Metier ist einen Hauch ungewöhnlich – er ist Berufswikinger. Aber das leidenschaftlich. Wenn mir nur endlich einer vernünftig Auskunft geben würde, wie man auf Wikinger umschult. Grrr ...

Ich schreib mir jahrelang unerkannt den Wolf, der findet beim Egogoogeln gleich Tausende von Hits. Egal, ob man in der Suchmaschine Hägar der Schreckliche oder Hägar the Horrible (so heißt die Serie im Original) eingibt.

Die kleinen Tücken des Alltags - Warum soll es einem Wikinger anders gehen als uns?1973 hat der New Yorker Autor und Zeichner Dik Browne den Rotbärtigen in die Sprechblasen-Welt gesetzt. Kaum tobte der Schmerbauch im Bärenfell los, war er ein Flugserfolg. Jetzt, 36 Jahre später, überfällt er immer noch mit genießerischer Regelmäßigkeit die Engländer und die Franzosen. Hat aber mittlerweile bereits 59 Länder erobert. In rund 1.900 Zeitungen erscheinen seine Possen. In 13 Sprachen parliert er. Das meldet das King Features Syndicate, quasi Hägars Management. Täglich verfolgen Millionen von Fans, was er so von sich gibt. Mist, ich krieg schon wieder gelbe Augen.

Seit 1988 geht Dik Brownes Sohn Chris mit Hägar auf Tour. Dik Browne starb 1989.

Die Kölner EGMONT Verlagsgesellschaften mbH veröffentlichen in der EHAPA COMIC COLLECTION die Hägar-Dailies.Die Kölner EGMONT Verlagsgesellschaften mbH  veröffentlichen in der Ehapa Comic Collection die Dailies, jene knackigen Gags, die locker in meist zwei oder drei Bildern erzählt werden. Das tun sie vorbildlich. In chronologischer Folge in fantastisch griffigen Büchern (Übersetzung: Michael Bregel, Redaktion: Bernd Klötzer). Gerade ist Band 7 erschienen, mit den Tagesstrips von 1983 bis 1985. Hägar pur, Hägar satt auf 320 Seiten mit jeweils zwei Bildstreifen. Lecker.

Obwohl die Brownes ja nun wirklich ungezählte Hägars und Helgas und all die weiteren putzeligen Figuren aus dem Hägarversum skizziert haben, nutzt sich die Idee nicht ab. Der Humor ist betörend, die Wortspielereien für den Comicschlecker. Yummy. 

Wenn Hägar Chez Andre artig nach einem Tisch für 300 Personen fragt, wartet vor der Tür seine wilde Horde wohlerzogen. Er nimmt ein Kaffeebad, um fit zu werden (Montags kommt er nun einfach mal nicht in die Gänge …). Brav fragt er Gattin Helga: “Ich zieh los, rauben und plündern … Brauchst du was?“ – Hägar der Schreckliche bleibt schlicht Hägar der Ergötzliche.

Seufz. Ich würd so gerne mit ihm in See stechen, raufen und saufen. Aber zivilisiert wie ich bin, hab ich bei Kalle in der Comicothek dann doch das Ehapa-Buch gekauft. Für 29 Euro und 95 Cent. Hägar hätte sich einfach die komplette Lieferung gekrallt.

 
SIMPSONS COMICS PRESENTS BART SIMPSON #44 "Original Maverick", Bongo Entertainment, Inc. , SIMPSONS COMICS PRÄSENTIERT BART SIMPSON, Juli 2009, deutsche Ausgabe: Panini Verlags GmbH, 2,95 Euro.
HÄGAR THE HORRIBLE by Dik Browne, King Feautures Syndicate, Inc. /Distr. Bulls, HÄGAR DER SCHRECKLICHE von Dik Browne, Juli 2009, deutsche Ausgabe: Ehapa Comic Collection verlegt durch EGMONT Verlagsgesellschaften mbH, 29,95 Euro.
Autor Mika Robit, Jahrgang 1962, beschäftigt sich seit Jahrzehnten intensiv mit Comics, ihrer Herstellung, ihren Machern. Er verfügt selbst über eine beneidenswerte Sammlung und hat ein umfangreiches Archiv teilweise seltener Materialien zusammengetragen. In den Jahren 1985 und 1986 war er Mitarbeiter von WHAM!, dem legendären Magazin. Für Radio RPR betreute er die Hörfunkreihe Sprechen in Blasen. Er lernte viele der ganz großen Zeichner und Texter kennen, darunter Yves Chaland, Morris, Will Eisner und Don Lawrence.

 



 
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