Ein tierischer Puschelkrimi
Seite 3 von 4
Jedes Kapitel wird eingeleitet mit einer farbenprächtigen Illustration von Merrit Scziececk (gesprochen Schiesseck). Die Künstlerin, ausgebildet am Institut für Grafik-Design in Hamburg, und Angelika Scharf kennen sich seit Jahren. Beide verbindet ihre Zuneigung zu Tieren. Skiezceck, die leidenschaftlich reitet und selbst ein Pferd besitzt, war sofort hin und weg, als Angelika ihr begeistert von Herrn Pinkas & Co. erzählte. Sie schnappte sich spontan ihren Zeichenblock und skizzierte den Detektiv mit Buschischwanz samt seinen Assistenten. Da war Das lila Geheimnis noch nicht annähernd gelöst. Jetzt ziert genau dieses Bild das Cover der App von Galteor Kommunikation.
2003 hatte sich die naturverbundene Angelika Scharf auf den ersten Blick in ein Blockhaus tief im Wald verliebt und es gekauft. Eigentlich führte sie der Zufall hier in die Waldsiedlung ins Wendland, an den östlichen Rand der Lüneburger Heide, in die Elbtalauen. Aber was ist heutzutage schon Zufall? Zum Haus gehören rund 2.000 Quadratmeter dicht bewachsener Forst. Für einen Kreativen die ideale verwunschene Idylle, wo der Geist Freestyle tanzt. Casita nennt die Schreibfreudige ihr Waldparadies zärtlich.
Mit Ehemann Carsten saß sie oft in der Stille auf der Veranda und begann, eher beiläufig, Sonnenblumenkerne für die Vögel auszustreuen. „Und dann kamen sie so langsam in unser Leben gehoppselt: Erst mein Herr Pinkas, ein kleines rotes, dann Pinki, ein dunkles Eichhörnchen. Bald darauf tauchte Pipps auf, der Buntsprecht, der mittlerweile ortstreu ist. Der brütet hier nun immer wieder.“ Auch Angelika Scharf brütete. So langsam reifte die Idee, über die neuen Weggefährten zu schreiben. Eine Tiergeschichte für Kinder. Umso neugieriger beobachtete sie die Viechis: „Oft habe ich mich gewundert … wieso gibt es in diesem Jahr so wenig Eichhörnchen? Warum fressen die eigentlich nur dies und das? Zu wem gehören diese Fußspuren da im Schnee?“ Carsten Scharf antwortete dann trocken: „Die Natur wird das schon beantworten!“ Aber seine Angetraute war sicher: „Nee, dazu braucht’s einen Walddetektiv!“
Mit einigen Unterbrechungen fabulierte sie ihren Walddetektiv dann in rund drei Monaten. Die Natur half ihr dabei mutwillig: Einmal summste es aufdringlich. „Oh Mann, was sind denn das für unverschämte Wespen?“ Angelika Scharf lächelt in Erinnerung daran, wie sie fast in Panik durchs Unterholz gehetzt wäre. „Aber dann sah ich zu meiner Erleichterung: Das sind keine Wespen, das sind Schwebfliegen.“ Kurz darauf erhielt Pinki ihre beste Freundin Pauline, eben eine liebenswerte, sanfte Schwebfliege.Und Illustratorin Scziececk erhielt eine zusätzliche Herausforderung: „Ich hab da schon eine Weile herumprobiert, bis ich die richtige Größe für Pauline hatte. Sie sollte ja gut zu erkennen sein, andererseits aber nicht zu riesig wirken.“
