Nicht totzukriegen, der Herr Doktor!
Beim amerikanischen Verlag Adamant Entertainment, seit über fünf Jahren Spezialist für Produkte im Rollenspielbusiness und tätig im ePublishing, hat man die ersten drei Bücher der Fu-Manchu-Reihe ( The Insidious Dr. Fu Manchu, The Return of Fu Manchu und The Hand of Fu Manchu) zu einem handlichen Paperback zusammengefasst: Tales of Fu Manchu auf 441 Seiten.
Adamant Entertainment verkauft über die Plattform Lulu.com. Lulu.com ist ein digitaler Marktplatz, der es Autoren und Kleinverlegern ermöglicht, potenzielle Kunden direkt und barrierefrei zu erreichen. Wer also Sax Rohmer im Original lesen möchte, ist hier an der richtigen Webadresse.
Die Geschichten werden flott wegerzählt. Vorzugsweise in Dialogen. Wenn Rohmer dazwischen beschreibt, tut er das wortgewaltig und teilweise überraschend lyrisch. Anschläge bei Nacht, Würger schleichen lautlos über Dächer, aus Sarkophagen entweicht Grauenhaftes. Fu-Manchu macht seine Opfer durch Hypnose gefügig, verwendet Drogen. Alles, was da krabbelt und kreucht, dient ihm als eifriges Helferlein: Schlangen, Skorpione, dressierte Äffchen.
Jedes Kapitel (und davon gibt es immer gleich mal lockere dreißig bis vierzig) endet mit einem Höhepunkt, einem Cliffhanger. Wobei die beiden Jäger des verborgenen Chinesen die Abblende eher kettenhängend erleben oder durch Falltüren in Verliese plumpsen. Dann retten nicht etwa Naylands Fähigkeiten die Jungs aus schier ausweglosen Situationen, sondern eine Frau tut das. Karamaneh, von Haus aus Sklavin bei Manchus, hat sich husch in Dr. Petrie verliebt und kann ihn einfach nicht lange zappeln sehen. Konsequent heiraten die beiden sogar und gründen eine Familie.
Fu-Manchu übeltätert im Auftrag einer Geheimorganisation, die sich Si-Fan nennt. Natürlich wird er flugs zum Boss der Bande. Ist das Ziel anfangs, die Europäer aus Asien zu vertreiben, mag man sich später doch schon gerne in die Weltpolitik einmischen.
Den skrupellosen Doktor umweht Geheimnis. Selbst die korrekte Schreibweise seines Namens bleibt nebulös: Von Fu-Manchu über Fu Man Chu bis hin zu Fu-Mandschu wurden zahlreiche Variationen gesichtet.
Am Ende von The Insidious Dr. Fu-Manchu hinterlässt er ungewöhnliche Grüße: "In vielem, was ich tun wollte, habe ich versagt. Vieles von dem, was ich getan habe, würde ich ungeschehen machen; ein bisschen davon habe ich bereits ungeschehen gemacht.“ Da ist der Filmanchu selbstbewusster: “The world shall hear from me again!” (in der deutschen Synchro: „Ich, Dr. Fu Man Chu, lebe!“).
Auch wir beim Medienmagazin Viewfinder werden erneut von Fu Manchu hören: Im zweiten Teil von Nicht totzukriegen, der Herr Doktor! widmet sich Harald Helmut Weiss den Fortsetzungen von Ich, Dr. Fu Man Chu. Ausführlich vergleicht er die Original- und die deutschen Synchronfassungen. Demnächst auf dieser Website.
Harald Helmut Weiss lebt als Autor und Regisseur in Schifferstadt. Bereits für seinen Erstling, den Kurzfilm Bisher war der einzelne auf sich gestellt ... erhielt er 1977 den Preis der Interfilmjury der Mannheimer Filmwoche. Er ist Inhaber und Geschäftsführer des Medienhauses Galteor Kommunikation. Er engagierte sich beim Start des Privatfernsehens und -hörfunks und war Mitbegründer des Kulturkanals K3. In Zeitschriften, Hörfunk und Fernsehen berichtet er seit 1975 kontinuierlich über Medientrends. Lange Jahre betreute er die TV-Magazine Im Foyer und Viewfinder, die er auch moderierte. Er ist Medienpreisträger des Bezirksverband Pfalz.
Das verwendete Bildmaterial stammt von der KINOWELT HOME ENTERTAINMENT GmbH, Leipzig, und aus dem Archiv von Galteor Kommunikation Gesellschaft für audiovisuelle Medien mbH, Schifferstadt.
