Krimi mit Knubbelnasen

Wunschpartner ist Theodor Bär alias Teddy der Trickser (André Papignolles, genannt Libellule). Ein Langfinger, vor dem nichts sicher ist. Kein Safe, kein Schmuck, kein Schampus.  Aber: Da gibt es zwei Handicaps. Trickser-Teddy zündelt Kalauer, über die nur er selber vergnügt wiehert . Außerdem ist es nicht wirklich günstig, dass er gerade einsitzt. Also verhilft Jeff Jordan ihm zur Flucht.

Vielfältige Verstrickungen folgen. Denn einerseits hetzen die beiden die Kokainschmuggler, andererseits werden sie gehetzt von Inspector Stiesel (Jules Annibal Crouton), der den Trickser gerne wieder wegpacken würde.

Das ist Monsieur Toll de Patsch persönlich. Kein Loch, kein Teerfass im Panel, in das Stiesel nicht ploppst. Keine Juxzigarre, die ihm nicht im Gesicht explodiert. Bang! Aber er ist auch Monsieur Hart de Näck und lässt nicht locker (Teddy: „Der ist schlimmer als mein Gewissen“).

Stiesel ist zuständig für die Gageinlagen. Auch später noch, die drei sind längst ein erfolgreiches Team, kabbelt er sich ausdauernd mit Teddy: “Schluss mit Diskutieren! Fangen wir an zu streiten!“  Was wäre Jeff Jordan ohne diese beiden Knallchargen? Langweilig. „Der Held ist eine Figur, die man nur schwer zum Leben erweckt. Was eine Serie ausmacht, sind die Nebenfiguren“, wusste Maurice Tuilleux.

Rückblende: Stummfilmzeit. Im Nachbarhaus der Familie Tillieux gibt es ein Kino. Der kleine Maurice kann die Begleitmusik bis in sein Schlafzimmer hören. Immer wieder schleicht er hin. Sieht die frühen Slapsticks mit Chaplin und Keaton. Verzaubert schwebt er heim, versucht das nachzuzeichen, was er gerade auf der überirdischen Leinwand bestaunt hat.  Diese Faszination fürs Kino spürt man in Jeff Jordan. Vor allem die ersten Alben bersten vor Zeichenfreude.

Da sind die akrobatischen Einlagen, wenn Stiesel über Mülltonnen purzelt, wenn die Jungs bei einer ihrer zahlreichen Verfolgungsjagden an Treppengeländern entlangrutschen, Passanten vollkleckern oder gleich umrennen. Stiesels Spazierstock wird zum ungeplanten Wurfgeschoss, dengelt dem seriösen Ober ins Genick. Badom! Klong! Bumm!

Da sind die Actionszenen: Jeffs alter Ford stürzt die Klippe hinunter, ein Renault kracht gegen einen Baum, ein Bulldozer wird als Waffe eingesetzt, geht in Flammen auf, man schlägert ausgiebig.Tuilleux‘ Bildfolgen sind das perfekte Storyboard für einen Film.

Flucht übers Dach. Teddy bricht durchs Oberlicht ins Atelier eines Malers. Kracks! Der Meister werkt gerade. Sein Modell: Ein dürrer Vollbart, kostümiert auf Höhlenmensch. In der einen Hand die Keule, in der anderen einen Fruchtteller. Das Werk: Linien, farbige Dreiecke, moderne Kunst halt (Teddy: „Mit dem Gekritzel bringst du’s ja noch nicht mal zum Comiczeichner!“).  Auf altem Bollerofen brodelt der Teekessel, geöffnete Schachteln liegen herum, Messerchen, Fläschchen. Tillieux hat das Gespür für Ausstattung.



 
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